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WWE 2K18: Stunner oder Bummer?

Drei TV-Shows pro Woche, ein bis zwei Großveranstaltungen pro Monat: Es ist eigentlich kein Wunder, dass die Darbietungen der WWE qualitativ inkonsistent sind. Wenn fähige Athleten im Ring miteinander harmonieren, können sie Fans ein absolut einnehmendes Spektakel bieten, das den Schaukampf-Charakter beinahe vergessen macht… doch gleichzeitig schließt das nicht aus, dass das darauf folgende Segment einfach nur genervtes Kopfschütteln auslöst. Inwiefern folgt das Videospiel dem Mutterschiff?

Auf den ersten Blick macht WWE 2K18 eine Menge her, denn der Kader kratzt an der 200er-Grenze und umfasst neben Kontemporären wie Brock Lesnar, Roman Reigns, AJ Styles oder Coverstar Seth Rollins auch Legenden wie Stone Cold, The Rock, Ric Flair oder den Macho Man. Ebenso enthalten sind zahlreiche Frauen aus den Hauptshows und der Nachwuchs-Promotion NXT, dank der mit Alexander Wolfe erstmals seit Alex Wright wieder ein deutscher Vertreter spielbar ist.

„I hear voices in my head…“

Die Last Gen-Konsolen wurden dieses Jahr endlich außen vor gelassen, was neben realistischeren Hautoberflächen, Fans und Lichteffekten auch neue, teils sehr authentische Animationen oder Formate mit bis zu acht Teilnehmern ermöglicht.

An deshalb einbrechenden Framerates oder altbekannten Clipping-Fehlern wurde leider genauso wenig getan wie an der grausamen Abbildung langer Haare, so dass WWE 2K18 unterm Strich dennoch nicht als technisches Showcase taugt.

Apropos: Auf das Wegfallen des populären Showcase-Modus im letzten Jahr hat man mit der Implementierung halbgarer Rollenspiel-Elemente im MyCareer-Modus reagiert, der lange Ladezeiten mit zumeist überflüssiger Backstage-Rennerei verbindet und das ungeliebte Promo-System des Vorgängers aufwärmt – wie alle Sequenzen übrigens ohne Sprachausgabe. Immerhin kann der Editor nach wie vor für sich beanspruchen, genreübergreifend zu den besten seiner Art zu zählen!

Joe! Joe! Joe! Joe! Joe! Joe!

Der Kritik zum Trotz: Die eigentliche Simulation im Ring ist tiefgreifend und packend genug, um Freunde der Materie das Jahr über bei Laune zu halten. Gerade Neueinsteiger dürften also, sobald sie ein Timing für das unbarmherzige Reversal-System entwickeln konnten, großen Spaß beim Nachstellen von Klassikern oder dem Booken eigener Traummatches haben. Treue Fans könnten es jedoch endgültig als Heel-Turn auffassen, wenn der obligatorische Nachfolger lange gehegte Wünsche weiter ignoriert…

Erhältlich für Playstation 4, Xbox One, PC, Switch (bald)

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