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Schandmaul: „Wie ein Windhund in der Box“
Foto: Robert Eikelpoth

Schandmaul: „Wie ein Windhund in der Box“

Die sechs Spielmannsleute von Schandmaul haben sich nach einer bitteren Phase wieder aufgerappelt und stapfen in Siebenmeilenstiefeln auf einen großen Geburtstag zu. In den beiden Vorjahren wurden sowohl eine Goldene Schallplatte als auch das erste Nummer 1-Album erfolgreich verbucht, jetzt geht es endlich zurück auf die Bühnen des Landes und in diesem Zuge auch zu uns nach Bielefeld – ein guter Zeitpunkt, um den Stand der Dinge bei Frontmann Thomas Lindner abzufragen!

Ursprünglich wollten die mittelalterlich geprägten Rocker bereits im letzten Herbst wieder in der Leineweberstadt auftreten, doch gesundheitliche Gründe und ein Trauerfall im Bandumfeld haben alle Pläne über Monate hinweg ausgebremst. Die Rückkehr auf ins Live-Geschäft ist indes zwar längst erfolgt, die Auftritte in diesem Jahr fielen bisher dennoch eher sporadisch aus.

Umso größer scheint deshalb die Vorfreude, wie Thomas verrät: „Für uns geht es nach dem kapitalen Treffer unter die Gürtellinie im letzten Jahr erst einmal darum, den Ring wieder zu besteigen. Schandmaul ist wieder da! Wir fühlen uns wie ein Windhund beim Rennen, der – noch eingesperrt in der Starterbox – bereits den Stofftier-Hasen vor seiner Schnauze zappeln sieht.

Statt Nervosität herrscht also eine eindeutige „Endlich geht’s los!“-Laune vor, wozu womöglich auch das modifizierte Motto der Tour beiträgt. Diese läuft nun nämlich unter dem Namen Von Leuchtfeuern und anderen Halunken, womit Schandmaul auf das bald anstehende, 20-jährige Jubiläum anspielen.

In Sachen Setlist bedeutet das, dass der konkrete Fokus aufs letzte Studioalbum etwas zurückgenommen wird und stattdessen einem gewissen Best Of-Einschlag weicht.

Foto: Robert Eikelpoth

Thomas betont, dass es bei der Auswahl der alten Klassiker „erschreckend harmonisch“ zugeht und grundsätzlich „absolut demokratisch“ entschieden wird, was letztlich im Programm landet – „die Mehrheit siegt.

Unter Umständen finden so auch Songs ihren Weg auf die Bühne, die eher der Kategorie „Deep Cut“ zugehörig sind; im Detail wollen sich die Schandmäuler hier jedoch scheinbar noch nicht in die Karten gucken lassen. „So weit sind wir noch nicht in der Materie, aber es wird mit Sicherheit manch eine Überraschung geben…

Die erste folgt dann quasi auf dem Fuße, denn ohne die eigentlich obligatorische Nachfrage in die entsprechende Richtung plaudert Thomas plötzlich aus dem Nähkästchen:

Momentan schreiben wir fleißig am nächsten Album und stecken bis zum Hals in der Arbeit. Es macht ‘ne Menge Spaß und die Ideen sprudeln“, versichert er, ehe die verlockende Frage in den Raum gestellt wird: „Vielleicht schafft es ja sogar der eine oder andere brandneue Song auf die Setlist?

FAKTEN
Im Bielefelder Ringlokschuppen lassen sich Schandmaul am Sa., 28.10., blicken.

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