Facebook

X-it-Adventures: Die Gefangenen von Alcatraz

Treue Leser wissen längst, dass wir uns für das noch relativ junge Konzept der Escape Rooms äußerst leicht begeistern lassen. Ein Hotelzimmer, Büroräume, ein Labor oder eine Grabkammer haben Bielefelder bisher herausgefordert; innerhalb von 60 Minuten müssen besagte Orte dabei durch das geschickte Lösen von Rätseln wieder verlassen werden. Dank x-it-Adventures gesellt sich nun endlich das naheliegendste Setting überhaupt hinzu: Der Gefängnisausbruch!

Bei der Wahl  der Haftanstalt hat sich Betreiber Oliver Beerhenke, bekannt als Comedian und Buchautor, für eine sagenumwobene Legende als Vorlage entschieden: Von 1934 bis 1963 saßen einige der berüchtigsten Verbrecher der US-Geschichte in Alcatraz ein, das sich seinen Namen mit der Insel teilt, auf der es sich befindet. Über Jahre wähnten sich amerikanische Sicherheitsbörden in der Annahme, dass eine Flucht völlig ausgeschlossen sei – bis es drei Insassen im Juni 1962 (wahrscheinlich) doch gelungen ist.

Das Schicksal der für immer unentdeckt gebliebenen Männer ist bis heute nicht eindeutig aufgeklärt, ihr waghalsiges Unterfangen dient dem wahrscheinlich aufwändigsten Escape Game der Stadt jedoch als inhaltlicher Ausgangspunkt.

Mit etwas fiktionalem Beiwerk, versteht sich: „Flucht aus Alcatraz“ versetzt Spieler in die frühen Sechziger und beginnt im Zellengang mit einer Ansprache des Direktors. Selbstzufrieden betont auch er die Vergeblichkeit jeglicher Fluchtversuche, während die Neuankömmlinge in Reih und Glied vor einer Galerie mit echten Anwohnern wie Al Capone oder Robert „Birdman“ Stroud ausharren.

Plötzlich weicht der Hausherr einer Bildstörung und kurz darauf einem Gefangenen in dessen Zelle. Jener Dimitri weist stolz auf seine erfolgreiche Karriere als Ausbrecher hin, diesmal allerdings stünde er seiner ersten offiziellen Entlassung bevor. Nichtsdestotrotz hat er ähnlich freiheitsliebenden Menschen ein paar Hilfsmittel hinterlassen!

Fels der Entscheidung

Augenblicke später stehen wir in der originalgetreu grün-weiß gestrichenen Zelle, in der sich Dimitris Hinterlassenschaften befinden. Weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick erweist sich irgendetwas als offensichtliches Werkzeug zum Ausbruch – es scheint sich tatsächlich bloß um die persönlichen Gegenstände des vermeintlich hilfsbereiten Russen zu handeln.

Zunächst rufen wir uns aus Film und Fernsehen bekannte Knast-Szenarien ins Gedächtnis und prüfen gutgläubig, ob sich hinter dem Poster eines aufreizenden Pin Up-Girls womöglich ein bereits fertig ausgehämmerter Tunnel befindet. Anschließend nehmen wir uns die Matratze vor, aus der prompt die Polaroidfotos verschiedener Damen purzeln.

Auf ihren Rückseiten sind Nummern vermerkt, deren Bedeutung es selbstverständlich herauszufinden gilt. Sicher scheint auf Anhieb lediglich, dass sie mit einem der Vorhängeschlösser zusammenhängen müssen, mit denen Dimitri vom Koffer über den Bilderrahmen bis hin zum Notizbuch so ziemlich alles gesichert hat…

Nach wenigen Minuten ist uns klar, dass hier nahezu nichts aus Zufall zurückgelassen worden ist und jedes Element theoretisch ein wichtiger Schritt in Richtung Freiheit sein könnte. Momente der Ratlosigkeit wechseln sich in rascher Reihenfolge mit dem Rausch des Erfolges ab, während die angezeigte Zeit unaufhaltsam runtertickt und uns zum effizienten Denken motiviert. Fast eine halbe Stunde vergeht, bis uns ein äußerst nützlich wirkendes Werkzeug in die Hände fällt und den Weg aus der Zelle hinaus bahnt. Wir können kaum fassen, wie schnell wir Alcatraz hinter uns lassen… und realisieren unmittelbar darauf, dass wir uns viel zu früh gefreut haben.

Der Unbeugsame

Wie ihr vielleicht merkt, wollen wir auf einzelne Rätsel oder die Geschehnisse nach unserem geglückten Zellenausbruch nicht explizit eingehen. Der große Spaß liegt definitiv im gemeinsamen Grübeln und Erdenken von Lösungsmöglichkeiten, die wir deshalb auf keinen Fall vorweg nehmen wollen!

Gleiches gilt für den „zweiten Teil“ der Flucht aus Alcatraz, über den wir aus Spoilergründen ebenfalls den Mantel des Schweigens hüllen. Das erhält Interessierten einerseits zwar die Spannung, ist andererseits aber auch irgendwo schade – grundsätzlich gäbe es gerade im weiteren Verlauf nämlich einige Aspekte, anhand derer sich Oliver Beerhenkes offensichtliche Liebe zum Detail perfekt verdeutlichen ließe.

Der TV-erprobte Betreiber von x-it-Adventures hat monatelang an der Rekreation von Alcatraz gefeilt und in der heißen Bauphase sogar mehrfach in seinem eigenen Gefängnis übernachtet, wie er uns in der prunkvoll und somit ziemlich kontrastreich anmutenden Eingangslounge berichtet.

Ursprünglich war die Eröffnung des zweiten Raums (neben dem nach wie vor buchbaren „Fluch der Mumie“) bereits für den Februar geplant, doch gut Ding will bekanntlich Weile haben. Deshalb ist „Herbst“ auch die genaueste Angabe, die er sich bezüglich der Einweihung von Zellenblock B, inklusive eigener Rätseln und Feinheiten, entlocken lässt.

Schön zu hören ist außerdem, wie Beerhenke die Koexistenz der verschiedenen Escape Room-Anbieter in Bielefeld bewertet. Neben lobenden Worten erwähnt er auch den Austausch von Tipps und Tricks und betont, dass ihm gute Konkurrenzangebote viel lieber seien als das Gegenteil, schließlich würden sich begeisterte Besucher deutlich eher nach weiteren Optionen umsehen. Nun, wenn dem wirklich so ist, hat er mit der „Flucht aus Alcatraz“ auch seinen Kollegen eine große Freude gemacht!

 

Naheweg 61
33689 Bielefeld
Tel.: 0162 – 3240363
www.x-it-adventures.de

 

Vergleichbare Artikel