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Tagebuch einer Tänzerin


In der letzten Ausgabe haben wir auf das Tanzfestival Bielefeld eingestimmt. Doch das soll’s diesmal nicht für uns gewesen sein! Unsere Mitarbeiterin Anna sollte hautnah erleben, was das Festival für Tanzbegeisterte bedeutet. Zwei jeweils anderthalbstündige Workshops, verteilt auf sechs Tage standen auf dem Programm – ein Erlebnisbericht aus erster Hand!

Erster Tag

Leicht nervös, aber vorfreudig betrete ich die Rudolf-Oetker-Halle, die anlässlich des Tanzfestivals zu mehreren Tanzstudios umfunktioniert wurde. Vor den Räumen, aus denen Musik schallt, stehen Teilnehmer aus unterschiedlichen Kursen und werfen neugierige Blicke auf die Tänzer und Tänzerinnen. Schnell und unkompliziert bekomme ich meinen Teilnehmerausweis, auf dem meine belegten Workshops, mein Name und auf der Rückseite ein Foto von mir zu finden sind.

Um 11:15 Uhr startet Contemporary I mit Damian Gmür. Etwas befremdlich kommen einem die Lockerungsübungen anfangs vor, bei denen man ziellos mit den Armen, Hüften und Beinen kreist, dann wie wild umher hüpft und seinen ganzen Körper schüttelt. Nach anfänglicher Schüchternheit und verlegenem Lachen bewegen sich jedoch alle Menschen im Raum mit und tatsächlich erfüllen die Aufgaben ihren Zweck. Zumindest ich merke, wie mir und meinem Körper Bewegungsfluss und Entspannung etwas verständlicher werden.

Zweiter Tag

Auf einmal tun mir Muskeln weh, deren Existenz mir vorher nicht einmal bewusst war. Bereits gestern deutete sich an, dass meine seit längerem vernachlässigte körperliche Betätigung mittelfristig Schwierigkeiten machen könnte…

Mein zweiter Kurs findet um 16:30 Uhr statt. Mit dem Titel wusste ich vorher wenig anzufangen: Contact Improvisation mit Célia Amade. Kurz gefasst geht es darum, sich aller möglichen Bewegungsformen zu bedienen und zu erforschen, welche Möglichkeiten der eigene Körper bietet.  Wie der Name verrät, werden alle Tanzschritte improvisiert. Man erlaubt sich, seinem natürlichen Fluss zu folgen, sich frei zu machen und unabhängig von Gelerntem zu bewegen.

Etwas unangenehm erschien mir anfangs die Aufgabe, sich einen Partner zu suchen – eine völlig fremde Person, die man nie zuvor gesehen hatte, um mit ihr stetigen Körperkontakt zu halten, sein Gewicht auf sie abzuladen, ihres zu halten und daraus Bewegungen entstehen zu lassen.

Aus meiner Sicht ist der Kurs insofern eine bereichernde Erfahrung für Tänzer, als dass es keine Normen gibt, man seinen Körper näher kennen lernt, Improvisation und Partnerarbeit übt…sich kurzum also in fast jedem Bereich des Tanzes fortbildet.

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