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Erfahrungen einer Erstwählerin

Mitte Mai fand in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl statt, bei der rund 840.000 Menschen erstmals an die Urne gebeten wurden. Immerhin 6,4 Prozent der insgesamt Wahlberechtigen sind demnach Erstwähler…und eine dieser neuen Stimmen ist meine eigene! 

Mit dem Eintreffen der Wahlbenachrichtigung kamen automatisch eine Menge Fragen auf:  Wie funktioniert das mit der Briefwahl? Wo muss ich hin und was ist, wenn ich an dem Tag krank werden sollte? Welche Partei will ich denn überhaupt wählen? Irgendwie kam ich mir mit meinen 18 Jahren ziemlich klein und unwissend vor.

Die meisten formellen Fragen haben sich allerdings recht schnell klären lassen. Nur die wirklich relevanten Antworten ließen etwas länger auf sich warten: Wie bilde ich mir überhaupt eine politische Meinung? Wer vertritt meine Ansichten? Im Folgenden nun also meine simple Erstwähler-Vorbereitung, die für mich eine kleine Liane im Dschungel der Landtagswahl und ein Buschmesser im unübersichtlichen Parteiendickicht war.

Ein Hoch auf das Internet
Ich habe mir die Fingerkuppen wund gegoogelt, bis ich eine grobe Vorstellung davon hatte, womit sich die Parteien beschäftigen, was momentan relevante Themen sind und wie welche Partei zu ihnen steht. Man hat außerdem die Möglichkeit, sich an Vertreter der einzelnen Parteien zu wenden, die immer gerne auf die Fragen des Gegenübers eingehen. Den Wahl-O-Mat empfand ich ebenfalls als große Hilfe.

Die eigene Position
Spannend war, dass mich die Vorbereitung auf den Wahltag dazu gedrängt hat, mich viel mit mir selbst auseinander zu setzen. Sprich, mir Gedanken zu meiner Haltung bestimmten Sachverhalten gegenüber zu machen und meine bisherigen Ansichten womöglich zu überdenken. Erst einmal gilt herauszufinden: Wohinter stehe ich? Womit bin ich zufrieden oder unzufrieden? Was könnte zu einer Veränderung dieser Punkte beitragen?

Ins Gespräch kommen
Die Wahlen haben darüber hinaus meinen Diskussionstrieb angeregt. Gerade als Erstwähler holt man sich gerne Rat bei Bekannten und Menschen, von denen man weiß, dass sie ähnlich ticken und wahrscheinlich eine vergleichbare Meinung haben. Oder einerseits bei Personen, die viel Erfahrung und Wissen auf diesem Gebiet vorweisen können und anderseits auch bei absoluten Laien, die vielleicht ein wenig aufgeschmissen sind, zumindest jedoch ihren Ärger über ihr Unwissen miteinander teilen können. Der Austausch über meine Gedanken mit anderen Menschen hat mich unterm Strich enorm unterstützt.

Am Sonntagmorgen in der Wahlkabine angekommen, wirkte das erwartete Spektakel  eigentlich gar nicht mehr so einschüchternd und wurde recht schnell über die Bühne gebracht. Der September kann kommen!

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