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Etienne’s Radladen: Autonomie auf zwei Rädern

…bedeutet es für Raul, seit fünf Jahren Besitzer und Geschäftsführer von Etienne’s Radladen am Bielefelder Hauptbahnhof, mit einem Fahrrad unterwegs zu sein und es eigenständig in Schuss halten zu können. „Es wird durch eigene Kraft angetrieben, ist einfach konzipiert und funktioniert wunderbar“ schwärmt er, während sein Kollege Yassin – der Mechaniker im Haus – gerade aus seiner Mittagspause zurückkehrt.

Zusammen spezialisieren sich die beiden lockeren Zeitgenossen auf den Verkauf von Fahrrädern und Zubehör, bieten parallel aber auch kleine wie große Reparaturdienste und Beratung an. „Ich bin aber zu ehrlich, sonst könnten wir viel mehr verkaufen“, gibt Raul schmunzelnd zu. „Manche Leute wollen Dinge haben, die sie nicht wirklich brauchen: Eine Scheibenbremse zum Beispiel ist eigentlich nur nötig, wenn man die Alpen überquert oder im Schnee fährt. Das tun aber die wenigsten…“

Für Raul ist der Drahtesel ein essentieller Alltagsgegenstand, der allerdings auf die jeweilige Situation und Nutzungsbedingung angepasst sein sollte. Er selbst überblickt deshalb einen privaten Fuhrpark von immerhin fünf Modellen – von kinderkompatibel über’s Rennrad bis zum Mountainbike.

Einblick in die Werkstatt

„Es ist ein Problem, wenn ein Rad super aussieht, der Fahrer  jedoch nicht damit umgehen kann. Deshalb versuche ich, den Leuten zu helfen; also Räder anzupassen oder in eine andere Richtung zu beraten“, erklärt er. Manche Kunden seien natürlich enttäuscht, wenn ihre Luftschlösser zerplatzen, doch Raul ist überzeugt: „Andere Händler würden so etwas einfach zum Abschluss bringen, während ich Kunden nachhaltig zufrieden machen möchte. Eine vernünftige Beratung ist da wichtiger, als irgendein Rad möglichst schnell loszuwerden.“

Bei all dem Fokus auf Funktionalität bleibt ein Sinn für Ästhetik in Etienne’s Radladen, den sein Namensgeber bereits 1992 eröffnet hat, nicht außen vor: „Als ich hier angefangen habe, war alles schwarz“, erinnert sich Raul zurück. „Ich habe versucht, ein bisschen Farbe reinzubringen und auch mal etwas für’s Auge zu bieten“, erzählt er mit Verweis auf zehn weitere „abgefahrene Projekte“ im Lager, die früher oder später noch zusammengeschraubt werden.

Auch ohne diese experimentellen Vehikel offenbart sich Besuchern von Etienne’s Radladen ein breitgefächertes Sortiment mit Modellen im Wert von „300 bis 2600 Euro“ und ein angenehm authentisches Duo, mit dem Gleichgesinnte viel Spaß beim Fachsimpeln haben dürften. Alle anderen können hier noch was lernen!

www.etiennes-radladen.de

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