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Herzergreifend: Persona 5

Das Leben eines Studenten kann ganz schön anspruchsvoll sein: Prüfende Fragen der Lehrer sorgen vormittags für Kopfzerbrechen, während danach souveränes Zeitmanagement gefordert ist, um auch nur die Hälfte aller anfallenden Dinge unter einen Hut zu bekommen – einerseits sollte für anstehende Tests gelernt werden, andererseits wollen soziale Kontakte nicht vernachlässigt und selbstverständlich auch persönliche Bedürfnisse befriedigt werden. Wer denkt, dass die Rekreation dieses Hamsterrads in einem Videospiel unmöglich Freude bereiten kann, hat Persona 5 noch nicht angetestet!

Der neue Teil der langlebigen Rollenspielreihe hat es endlich auf europäische Playstations geschafft, nachdem Entwickler Atlus die Spieler in der japanischen Heimat bereits im letzten Herbst auf ein unvergessliches Abenteuer geschickt hat. Man übernimmt hierbei die Rolle eines selbst zu benennenden Charakters, der nach einem zwielichtigen Zwischenfall bei einem Vormund in Tokio unterkommt und dort erwähntes Alltagsleben bestreitet.

Foto: Sega / Atlus

Darüber hinaus wird der schlaksige Jungspund schnell zum Mittelpunkt einer Clique aus Gleichaltrigen, die sich aus den verschiedensten Gründen nirgendwo zugehörig fühlen und insgeheim schon lange gegen unterdrückende Strukturen in ihrem Umfeld aufbegehren wollen. Nach der Schule tun sie genau das heimlich als Phantom Thieves: Im sogenannten Metaverse können sie Paläste aufsuchen – die verzerrte Wahrnehmung eines Menschen, die sich in Form eines bedrohlichen Ortes materialisiert hat.

Durch die Entwendung eines Schatzes in solch einem Palast wird die betroffene Person zu einem „change of heart“ motiviert. Auf diesem Wege zwingt die Gruppe etwa gierige Geschäftsmänner dazu, ihre Verbrechen in eigenen Worten zu gestehen. Den Phantom Thieves fällt somit eine Gabe in die Hände, die sie in gleichen Stücken zum Hoffnungsschimmer und zur Zielscheibe macht…

Foto: Sega / Atlus

Show me your true form!

Während Spieler ihre Charakterwerte in einer Mischung aus Open World und Visual Novel durch Dates, Kinogänge, Bücher, Videospiele oder Arbeit vorantreiben, bieten die Paläste moderate Exploration, die mit rundenbasierten Kämpfen gegen ausgefallene Gegner gespickt ist. Deren Abläufe sind einfach zu erlernen, dank diverser Buffs, Debuffs sowie individueller Stärken und Schwächen aber trotzdem nicht ohne eine gewisse Komplexität.

Die Kombination aus gegensätzlichen Elementen beschert ein umfangreiches und detailverliebtes Erlebnis, das längst nicht nur JRPG-Fans gesehen und gehört haben sollten: Von den Szenarien selbst bis hin zu den Lade- und Menübildschirmen  ist Persona 5 optisch unbeschreiblich stil- und selbstsicher und wird nur noch vom schlichtweg anbetungswürdigen Soundtrack überboten, der zwischen Acid Jazz, Lounge und Hard Rock stets den passenden Ohrwurm mitbringt.

Foto: Sega / Atlus

Es sei zudem klargestellt, dass man sich vom Pop Punk-Anime-Look keinesfalls in die Irre führen lassen sollte: Inhaltlich befasst sich Persona 5 wortwörtlich mit den Schattenseiten der Menschen und greift persönliche Konflikte genauso wie Machtmissbrauch, sexuelle Nötigung oder Suizid auf.

Wer thematisch keine Berührungsängste hat und mit englischen Bildschirmtexten klarkommt, sollte seine wahre Form sofort offenbaren!

www.atlus.com/persona5

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