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Im Angesicht der Wonne: Faces Bar & Lounge

Kurzfristige Termine inmitten der heißen Produktionsphase unseres bescheidenen Freizeitmagazins werden in der Regel unter Seufzern angenommen, die im anderen Ende des Gebäudes noch zu hören sind. Anders sieht die Sache aus, wenn die Einladung aus dem Légère Hotel am Bielefelder Neumarkt kommt und unmittelbar mit der dort integrierten Faces Lounge & Bar zusammenhängt…

Angelockt von der Aussicht auf Genuss durchqueren wir den edel-zurückhaltend anmutenden Eingangsbereich des im April 2016 eröffneten Hotels und sind, nur wenige Schritte und eine nette Begrüßung später, am Ziel angelangt. Bevor wir Operational Manager Jonas Glaser näher zu seiner Wirkungsstätte befragen können, dreht er den Spieß kurzerhand um und möchte zunächst lieber wissen, ob wir womöglich „etwas Verrücktes trinken“ wollen – kennt er uns etwa?

Jonas berichtet, dass ihn die Kombination nicht ganz so offensichtlich zusammenpassender Zutaten generell reizt. So ist unsere erste Kostprobe dann auch prompt von einem Lakritz-Gurken-Salat inspiriert, der ihm kürzlich vorgesetzt worden ist. Entgegen erster Skepsis kommt das experimentelle Resultat überraschend köstlich daher und schürt schnell den Verdacht, dass hier versierte Menschen am Werk sein müssen!

Matthias und Miraj

Eine Mutmaßung, die trotz betonter Bescheidenheit ins Schwarze trifft: Jonas sowie seine am heutigen Abend anwesenden Kollegen Matthias Walter und Miraj Udayakumar blicken auf Stationen in renommierten Locations zurück, die sich von Köln über München bis Dubai verteilen und ihnen die Kompetenzen vermittelt haben, die eine gute Barkraft gemeinhin mitbringen sollte. Jonas zufolge  gehört ein gesundes Fachwissen genauso zum Paket wie Herzlichkeit oder die Fähigkeit, die Vorlieben der Gäste gewissermaßen abschätzen zu können. …und „vor 16 Uhr unausgeschlafen“ zu sein, wie er augenzwinkernd anhängt.

Da es Abend und die Sonne längst untergegangen ist, sitzen wir im schummrig-warmen Licht der Bar und lassen unseren Blick über die stilvollen Sitzgelegenheiten schweifen, die zu diesem Zeitpunkt von mehreren, dem Vernehmen nach internationalen Besuchern in Anspruch genommen werden. Parallel trudelt Live-Pianist Alexander Syga ein, der die Abende vor Ort regelmäßig untermalt.

Zum Klientel gehören bisher insbesondere Geschäftsleute, die hier unterkommen“, erklärt Jonas, gleichzeitig sei die Faces Bar aber explizit nicht nur für Gäste des Hauses geöffnet. Während es in anderen Großstädten üblich sei, auch als Einheimischer ohne Übernachtungswunsch eine gute Hotelbar zu besuchen, müsse sich Bielefeld – zumindest abseits bestimmter Events – noch ein wenig für das Konzept erwärmen.

Drei Affen an der Bar

Ein absolut stichfestes Pro-Argument stellt die Getränkeauswahl dar, die vom Gelegenheits-Genießer bis zum selektiven Connaisseur für wohlige Zufriedenheit sorgen sollte. Jonas gibt beispielweise zu Protokoll, dass ungefähr 40 verschiedene Whiskeys – mit einer Spezialisierung auf Bourbon – auf trockene Kehlen warten, während 35 unterschiedliche Gins mit immerhin sechs Tonic Waters zusammenfinden können und somit hunderte Varianten ergeben, durch die es sich zu probieren lohnt.

Unsere Aufmerksamkeit fällt jedoch auf die mysteriöse Gerätschaft, mit der Matthias hinter der Bar hantiert. Neugierige Nachfragen offenbaren, dass es sich dabei nicht etwa um die Thermoskanne der Zukunft, sondern um einen sogenannten Konga Shaker handelt. In den 30ern des vergangenen Jahrhunderts ist der bereits en vogue gewesen und steht nun für ein Comeback in den Startlöchern!

Matthias samt Konga Shaker

Zugegeben deuten die beiden roten Knöpfe schon an, dass hier kein Kaffee vor Kälte geschützt wird. Stattdessen sind sie im wahrsten Sinne Dreh- und Angelpunkt der aus rostfreiem Stahl gefertigten Vorrichtung: Matthias greift die sie beherzt und gewährleistet durch Rotation, dass der Drink samt Eis permanent umgeschlagen wird. Ein Hingucker mit Wiedererkennungswert, der gleichzeitig praktisch Nutzen verspricht, immerhin bietet ein Fassungsvermögen von anderthalb Litern genügend Platz, um mehrere Drinks gleichzeitig zuzubereiten.

Reaktiviert wurde das Utensil mit Retro-Charme durch die findigen Köpfe hinter Monkey Shoulder, einem Triple Malt Scotch aus dem Hause Campari. Die drei Affen auf der Flasche symbolisieren die ebenso vielen Single Malt Scotch Whiskies, die sich im Inneren vereinen und mit einer milden Vanillenote umgarnen.

Das Ergebnis

Unnötig zu erwähnen, dass eine sofortige Verköstigung nur im Interesse unserer journalistischen Sorgfaltspflicht sein kann – also mixt Matthias den Scotch mit frischem Kokoswasser, Frangelico, Limettensaft und etwas Zuckersirup zu einer Everybody do the Konga getauften Kreation, die wir euch aufrichtig ans Herz legen können.

Abschließend wünscht sich Jonas für die Zukunft der Bar, dass der Baubetrieb am Neumarkt bald ein Ende findet und die Gegend ihr Potential als neuer Hotspot voll ausspielen kann; sprich dass „die Innenstadt in der Wahrnehmung der Leute verlängert wird und nicht mehr am Jahnplatz aufhört“. Spätestens nach unserem Besuch sind wir da sehr zuversichtlich!

http://bielefeld.legere-hotels-online.com   / www.campari.de

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