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Die Kunst der Charaktermusik: Im Interview mit der Authentisch-Crew

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An einem milden Mittwochnachmittag erwarten Marc und Daniel eigentlich ein Trio in der Redaktion, empfangen zunächst jedoch nur den überpünktlichen Murat Acar. Als Bielefeld-Bewohner ist seine Anreise am kürzesten, so dass wir dem lebhaften Resident im Osnabrücker Club Dr. Vogel eine ausführliche Einweisung in unser Limonadensortiment gewähren können.

Ein paar Minuten später trudeln die fehlenden zwei Drittel ein: Christopher Noble, anässig in Münster, kümmert sich hauptberuflich um die Veranstaltungen in besagtem Dr. Vogel, während Dennis Reith („Ich habe keinen Club“) Maschinenbautechniker am Tag und DJ bei Nacht ist. Zusammen firmieren sie unter dem „Authentisch“-Banner, der die Tanzflächen der Region seit zwei Jahren als Label und Eventreihe bereichert. Zum Jubiläum befassen wir uns mit Begriffsdeutung, Wiedererkennungswert oder der Geburtstagssause samt Traumbooking!

Partyreihe und Label jetzt erst einmal außen vor gelassen – was definiert Authentizität?
Christopher: Ehrlichkeit, definitiv. Es ist einerseits irgendwie selbsterklärend und andererseits eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss.
Murat: Ich finde es bei Künstlern generell ganz wichtig, dass man raushört, wer da spielt.

Eine auditive Handschrift.
Murat: Ja, sowas. Ich nenne das Charaktermusik. Das kann nicht jeder. Meist sind das Künstler, die schon seit Jahrzehnten dabei sind.
Christopher: Es bedeutet auch, seiner Linie treu zu bleiben und nicht jedem Trend zu folgen, auch wenn man mal ’ne Durststrecke durchlebt.
Murat: Als das mit der „Authentisch“-Idee losging, hat diese Robin Schulz-Sache ja gerade einen Abflug aus Osnabrück gemacht. Vielleicht haben wir da einfach den richtigen Zeitpunkt getroffen. Vorher lief vier Jahre lang nur dieser Deep-Sound. Ich habe diese Welle nicht mitgemacht und immer Techno gespielt…und eben auch, als das eine zu Ende ging und die Leute wieder etwas anderes brauchten.Wir waren der Meinung, dass wir hochwertigen Techno bieten. Und es wurde super angenommen.
Dennis: Letztlich führt ohnehin alles immer wieder zum Techno zurück – ob’s Deep, Minimal oder irgendetwas anderes ist.

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