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Juliet Sikora: Auflegen, wo andere Urlaub machen

Läuft bei Juliet Sikora, möchte man meinen: Als wir die DJane, Produzentin und Label-Mitinhaberin an die Strippe bekommen, nutzt sie sommerliche Temperaturen nach einer Abkühlung im heimischen Dortmunder Dattel-Hamm Kanal geschickt aus. Wohlgemerkt nur kurz, nachdem sie eine Südafrika-Tour absolviert hat und wiederum wenige Wochen vor dem heißerwarteten Gig ihrer Kittball-Crew in Bielefeld. Oder dem Start eines Fernost-Abenteuers. Dabei stellt gerade der Ostwestfalen-Besuch eine besondere Rückkehr dar…

War Südafrika – abgesehen von den drei Gigs vor Ort – soweit Urlaub?
Ich bin letztes Jahr das erste Mal in Südafrika getourt, das war aber wirklich nur reinfliegen, auflegen, rausfliegen. Da es eine lange Reise ist und man nicht weiß, ob man noch einmal die Gelegenheit bekommt, habe ich diesmal ein paar Tage an meine Termine angehängt, um Land und Leute kennenzulernen. Letztes Jahr habe ich nur Durban und Johannesburg gespielt, dieses Mal ist Kapstadt noch dazugekommen, was ohnehin immer eines meiner Traumziele war.

Was waren die prägendsten Eindrücke, die du gesammelt hast?
Positiv aufgefallen ist mir zum einen definitiv, wie freundlich, offen und herzlich die Leute sind. Auf der anderen Seite hast du natürlich die Kluft zwischen arm und reich ständig vor Augen. Gewisse Orte und Viertel sollte man wegen hoher Kriminalität abends lieber nicht mehr betreten. Im „Alltag“ hat man aber genauso Ferraris über die Straße flitzen sehen, während zwei Meter weiter abgerauchte Zigarettenstummel aus öffentlichen Aschenbechern gefischt werden.

Gibt es in der Art und Weise, das Nachtleben anzugehen, nennenswerte Unterschiede?
Meiner Erfahrung nach feiern die Menschen fast überall auf der Welt gleich. Wenn Musik und Stimmung passen, gibt es da keinen großen Unterschied. Mir ist allerdings aufgefallen, dass man in Südafrika derzeit scheinbar auf einen etwas anderen Sound steht, als er hier in Europa beliebt ist.

Am ehesten wäre der wohl zu vergleichen mit dem Sound in Brasilien, also sehr dubbig, beat- und basslastig. Techno spielt dort nicht ansatzweise so eine wichtige Rolle wie bei uns.

Juliet Sikora 2

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