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Doom

In der Zukunft führen die fragwürdigen Versuche eines undurchsichtigen Konzerns dazu, dass der Mars mit einem Portal direkt zur Hölle ausgestattet wird. Mordlustige Monster, bizarre Dämonen oder die untoten Überreste der Anwesenden säumen in Windeseile die Korridore der dortigen Forschungseinrichtung – und nur ein einziger, bis weit über die Zähne hinaus bewaffneter Space Marine kann die Sache wieder gerade biegen.

Dass diese Inhaltsangabe sowohl auf „Doom“ von 1993 als auch die Mitte Mai erschienene Neuauflage zutrifft, ist ein Statement für sich: Entwickler id Software beruft sich stolz und unverhohlen auf den PC-Klassiker aus eigenem Hause, der vor fast 23 Jahren das Fundament für ein ganzes Genre gegossen hat. doom_screen01

Nun hat sich jedoch auch viel getan, seit der Doomguy erstmals zur Schrotflinte griff. Moderne Shooter sind meist lineare, streng gescriptete Schießbuden oder aber offene Welten, die mit mehr oder weniger starken Rollenspiel-Elementen angereichert sind. Nebencharaktere liefern schleppende Exposition, der Hauptfigur soll vermeintliche Tiefe verliehen werden und inflationär eingesetzte Zeitlupe unterstreicht dramatische Momente.

Wiederbelebtes Verderben

„Doom“ hat für all das nichts übrig. Es zieht seine Prämisse, seine Gegner und seine Waffen unbeeindruckt aus den Neunzigern, verpasst der ganzen Klamotte einen technisch hochmodernen Anstrich und baut Neuerungen nur ein, wo sie das Spiel sinnvoll erweitern.

Das umfasst die Glory Kills – brutale Nahkampfangriffe gegen taumelnde Gegner – genauso wie die wiederkehrende Kettensäge, die nun allen Ernstes ein taktisch mit Bedacht einzusetzendes Werkzeug darstellt und keinesfalls nur im Interesse der Splatter-Einlage dabei ist.

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Nicht, dass diese außen vor bleiben würde: Zartbesaitete Zocker sollten einen weiten Bogen um das (auch in Deutschland ungeschnittene) Schlachtfest machen, das dank hohem Tempo, Doppelsprüngen, Armeen von Feinden, Klettereinlagen und verschiedenen Power Ups viel agiler als die Konkurrenz wirkt.

Der Soundtrack verdient in diesem Zusammenhang ein gesondertes Lob: Von der düster-eingängigen Titelmelodie bis zur brachialen Metzeluntermalung, die den Blutdruck extrahoch ansteigen lässt, hat der zuständige Mick Gordon ganze Arbeit geleistet.

Ihren Höhepunkt erreicht die Symbiose aus Alt und Neu beim Leveldesign, das genau wie damals zahlreiche geheime Areas und Gegenstände mit sich bringt. Was einst nur Neugierige gereizt hat, ist nun mit nützlichen Upgrades, kniffligen Herausforderungen oder freischaltbaren Maps aus dem Original verknüpft.

Das erhöht den Wiederspielwert, im Gegensatz zum mäßigen Multiplayer-Modus, ungemein und trägt dazu bei, dass „Doom“ für abgebrühte Actionfans unverzichtbar ist – einmal mehr!

Ab sofort erhältlich für PC, Playstation 4 und Xbox One // Offizielle Homepage

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