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„Ich sehe das als Erbe“: Sansar Extreme Music feiert zehnjähriges Bestehen

Ich hab’s mir vorher noch gedacht, schließlich liegen Einrichtungen dieser Art gerne mal etwas versteckt: Trotz Sitz an der Herforder Straße finde ich das Studio von Sansar Extreme Music einfach nicht. Die Adresse passt definitiv! Erst, als ich mich nach weiteren Metern in die falsche Richtung wieder umdrehe, fällt mir ein rechteckiges Schild ins Auge, das auf eine längere Einfahrt neben einem Automobilhändler verweist – der Weg zum Ziel, das von hier aus tatsächlich schnell erreicht ist. In der Eingangstür gönnt sich Celal Sansar gerade eine Zigarette und bittet mich herzlich hinein, wo ich erst einmal von meiner Suche berichte.

Das muss ich dringend noch nachholen, gibt sein Cousin und Geschäftsführer Emrah zu, nachdem ich augenzwinkernd anmerke, dass ein Schild in beide Richtungen sicher hilfreich für musikalische Erstbesucher wäre. Wenn sich diese erst einmal eingefunden haben, steht ihnen neben allerlei Equipment allerdings auch das geballte Know How des dreiköpfigen Teams zur Verfügung, das von Emrahs Bruder Nisteman komplettiert wird.

Fast genau zehn Jahre ist es nun her, dass sich das Trio hier heimisch eingerichtet hat, um sich selbst, Freunden, Bekannten und natürlich auch Musikern von außerhalb eine insbesondere für orientalische Klänge gut geeignete Aufnahmemöglichkeit zu bieten. Dieses Jubiläum möchten wir Ende April übrigens mit einigen Leuten und lokalen Persönlichkeiten zelebrieren, mit denen wir zusammenarbeiten, die uns auf unserem Weg begleitet und auch die eine oder andere Produktion hier gemacht haben. Ob dabei rote oder schwarze Zahlen geschrieben wurden – darum ging es uns von Anfang an nicht, betont Emrah.

Dass Musik im Hause Sansar wahrlich nicht nur als Einnahmequelle verstanden wird, erscheint mit etwas historischem Hintergrund noch nachvollziehbarer, schließlich wurden die drei Herrschaften durch ihre Familie von klein auf in die Untermalung von kurdischen Hochzeiten und anderen kulturellen Events einbezogen. Beim Studio ging es ihnen schlussendlich also auch darum, diese Musikgeschichte fortzusetzen.

Emrah führt den Punkt aus: Ich sehe das als Erbe. Mein Urgroßvater hat Musik gemacht, mein Opa, mein Vater…da steckt mehr hinter, als wir überhaupt nachvollziehen können. Wenn man damit groß geworden ist, nimmt man das anders wahr.  Auch als Rückzugsort für mich und uns, zum Abschalten.  Es ist eben nicht wie irgendein Kiosk, den man dicht macht, wenn es mal nicht läuft.

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