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Kollegah im Interview: Gereift durch’s Rotlicht

Seit mehr als einer Dekade polarisiert Kollegah die Rapszene „durch einen Mix aus Platinschmuck, Armani-Duft und Bossgehabe“. Während sprachbegeisterte Hörer schon zum ersten „Zuhältertape“ eine Lanze für den eloquenten Punchlinekönig gebrochen haben, ist der Mainstream seiner gesunden Mischung aus Können und Charisma erst vor wenigen Jahren erlegen. Dann allerdings mit Haut und Haaren, immerhin darf sich Kollegah heute als erfolgreichster deutscher Vertreter seiner Zunft feiern lassen! Wir haben dem Boss im Vorfeld seiner „Redlight Tour“ allerlei Antworten zum Leben auf Achse, Drogen, Geld oder der Weitergabe von Übermenschen-Erbgut entlockt…

Wie geht’s dir, wo sitzt du gerade?
Mir geht’s gut, ich bin in Düsseldorf und bereite einige Sachen für ein Release meines neuen Künstlers vor. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es aber leider ein bisschen zu früh, um mehr dazu zu verraten.

Dann lass uns lieber über die jüngere Vergangenheit reden, in der du international so einige Kilometer zurückgelegt und unter anderem Los Angeles oder Paris besucht hast. War das Urlaub oder hattest du eine Mission?
Beides! Im Januar war ich unterwegs in Afrika und auf den Kapverdischen Inseln. Dort habe ich ein paar Sachen initiiert, die eher in die Charity-Richtung gehen und im Sommer oder Herbst konkretisiert werden – Hilfsprojekte und solche Geschichten. In L.A. war ich zu den Grammys eingeladen. Hier haben wir ja relativ miserables Wetter zurzeit, daher waren ein paar Tage in der Sonne ganz gut.

Was hast du bei den Grammys erlebt?
Ich habe unerwartet ein paar Rapper getroffen, die ich selber höre; unter anderem liefen French Montana, DJ Khaled oder Fetty Wap da rum. Man hat ein bisschen geplaudert, es war ganz nett. Die freuen sich dann auch! Man meint ja immer, die kennen die deutschen Rapper gar nicht, weil wir in einem etwas kleineren Rahmen agieren. Die haben uns aber schon ziemlich genau auf dem Schirm und kennen die größten Interpreten. Hier und da gucken sie sich sogar mal etwas ab, wenn es um Videoästhetik oder Klangbilder geht. Das passiert nicht so einseitig, wie man das in Deutschland vielleicht meinen mag und läuft andersrum genauso, haben die mir erzählt.

Das dürfte aber eine junge Entwicklung sein – ich kann mir nicht vorstellen, dass Deutschrap vor zehn Jahren schon als Inspirationsquelle für Amerikaner getaugt hat?
Definitiv. Das hat damit zu tun, dass der deutsche Rap einfach viel stärker geworden ist und an Präsenz gewinnen konnte. Deshalb guckt da mittlerweile auch das Ausland zu, während es vor fünf Jahren noch keine Sau interessiert hat.

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