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Vergessen ist das Verlieren ist das Vergessen: Anselm Baltes

Erinnert ihr euch an unseren Bericht zu Fabian Below Surface“ Schöneberger? Abgelichtet wurde der Wahlchinese, halbvermummt und in schwarzweiß, von Anselm Baltes. Anselm ist 28 Jahre jung und lebt in Bielefeld, hat in letzter Weile allerdings selbst ein paar Kilometer zurückgelegt, Eindrücke gesammelt und Filme verschossen – keine Worthülse übrigens, wir reden von echten Filmen. Seit Ende Mai werden ausgewählte Motive im Bunker Ulmenwall ausgestellt.
(Aus dem Archiv. Original veröffentlich im Juni 2015)

Bevor sich Anselm dem etwas sperrig betitelten Projekt Vergessen ist das Verlieren ist das Vergessen“ widmen konnte, wollte zunächst jedoch der Bachelor an der FH Gestaltung, Hauptfach ganz naheliegend Fotografie, absolviert werden. Pflicht und Privates haben sich bei der insgesamt anderthalbjährigen Vorbereitung der Abschlussarbeit namens Nachtgebet“ glücklicherweise gut ergänzt.

Ich habe mich zum Studium relativ viel im Nachtleben bewegt, wollte aber die ganzen Sex, Druanselm_motiv_kleings & Rock’n’Roll-Klischees nicht bedienen. Fertige Menschen, Schlägereien, explizit Drogen…das kennt man aus Filmen oder Magazinen, das ist echt irgendwo abgehandelt. Mich hat das Thema trotzdem nicht losgelassen, also habe ich mich für Abstraktion als Stilmittel entschieden. Die Serie zeigt keine Körper und soll dennoch das Gefühl einer aufbrausenden Partynacht vermitteln.

Wirklich, keine Körper? Wie wird dann Stimmung vermittelt? Nein. Wichtig war vor allem das Werkzeug einer Disco – Licht und Nebel.

Immerhin hat es Anselm nicht an Auswahl gemangelt; unter anderem wurde der Auslöser während eines Auslandssemesters in Südkorea oder Aufenthalten in London, Marokko, Amsterdam, Berlin und der ostwestfälischen Heimat betätigt.

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