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Facetten statt Fassaden: Serdar Somuncu

Für viele Menschen gilt Serdar Somuncu als Enfant Terrible der deutschen Unterhaltungsindustrie – und das, obwohl sich der in Istanbul geborene Kabarettist keinesfalls darum reißt, ein Teil eben jener zu sein. Mit seinem aktuellen Programm ist er am Sa., 31.10., in der Bielefelder Stadthalle zu Gast, wo er in seiner unnachahmlichen Manier zum Nachdenken anregenden Hass predigen wird. Warum das heilsam sein kann, was ihm an Bielefeld gefällt und was ihm eine gelungene Provokation bedeutet, verrät er im Interview!
(Aus dem Archiv. Original veröffentlich im Oktober 2015)

Wie würdest du Hass definieren?
Das ist das Gegenteil von Liebe und in meinem Fall eine Facette des Bühnenprogramms, die die meisten Zuschauer als Hauptaspekt wahrnehmen. Dabei ist Hass nur eine von vielen Facetten. Ein Teil des menschlichen Gefühlsspektrums eben, den man zulassen sollte.

…weil „Hass dem Leid der Welt Abhilfe“ schaffen kann. Wie das?
Als Leitfigur unserer Religionsgemeinschaft, dem Hassismus, gebe ich Mottos aus. Eines davon besagt, dass gleichmäßig ausgeteilt wird; jeder kriegt sein Fett weg. Zugleich befreien wir uns damit ein bisschen von der Bürde, immer korrekt und rücksichtsvoll sein zu müssen. Wichtig ist, dass auch der zweite Teil dieses Mottos erwähnt wird, nämlich dass jede Minderheit ein Recht auf Diskriminierung hat.  Es ist erst gerecht, wenn man alle beleidigt, statt sich Einen rauszupicken.

Im Oktober wird deine Tour, „Die Machtergreifung“, auch in Bielefeld Halt machen, wo du schon einige Male zu Gast warst. Was hast du an der Stadt hassen gelernt?
Gar nichts, ich bin total begeistert von Bielefeld. Ich kann diese scheiß Sprüche auch ehrlich gesagt nicht mehr hören. Von wegen „Bielefeld gibt es gar nicht“. Weißt du, woher das kommt?

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