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Echt, hart, grundsolide: KIZ

Direkt nach dem Vorhören wird der Raum gewechselt, in dem ich den Kannibalen In Zivil gegenüber sitze: Tarek, der nubische Prinz. Maxim, der weiße Riese. Nico, der Durchdietürgeher und last but not least Sil-Yan alias DJ Craft, der Mann an den Decks bei den Klosterschülern Im Zölibat. Trotz Jägermeister-Gelage mit Kontra K am Vorabend und einer entsprechend kurzen Nacht nimmt sich das Quartett die Zeit, um über Album, Aufnahmen, Auftritte und die Guano Apes zu plaudern.
(Aus dem Archiv. Original veröffentlicht im Juli 2015)    

Vor dem Interview sollte ich mir dringend das neue Album anhören und kann, nachdem das nun passiert ist, besser verstehen warum. Für eure Verhältnisse dürfte der Entstehungsprozess etwas verkopfter als sonst abgelaufen sein, oder?
Tarek: Es war wie immer, nur dass wir heute viel reicher sind.
Maxim: Ein großer Unterschied war eigentlich nur, dass Nico und Kevin einen Großteil der Platte produziert haben; neben Moses Schneider und Gee Futuristic. Das wurde alles bei uns im Keller gemacht.
Nico: Wir haben schon vor einer ganzen Weile mit dem Album angefangen, uns dann aber doch entschieden, „kurz mal eben“ ein Mixtape (Ganz Oben) zwischendurch zu machen – das hat dann aber doch wieder ein Dreivierteljahr gekostet. Erst als das durch war, haben wir mit dem Album weitergemacht.

Wie geht ihr die Texte denn an, wenn ihr ein bestimmtes Thema für einen Song habt und jeder einen Part beisteuern soll?
Tarek: Ich schreibe die im Kopf. Das habe ich mir angewöhnt, als ich noch am Block gehustlet habe. Im Studio rappe ich dann einfach frei Schnauze.
Nico: Das stimmt sogar teilweise…Tarek schreibt sich wirklich nur Stichpunkte auf und macht daraus dann einen zusammenhängenden Text. Das könnte ich zum Beispiel nicht, ich schreibe mir jede Silbe genau auf.
Maxim: Bei Themensongs schreiben wir natürlich auch viel gemeinsam. Mal zieht sich jeder ein bisschen zurück, mal legt einer ein Stück vor…
Nico: Also bei „Hurra die Welt geht unter“ haben wir teils ganze Strophen zusammen geschrieben, so dass manchmal gar nicht derjenige das rappt, was er auch geschrieben hat. Ist aber eher die Ausnahme.
Tarek: Wir schreiben auch viel für andere Künstler, aber die Namen dürfen wir nicht nennen.

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