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Absolut Soul: Akim B. über Musik mit Seele

Echte Musikliebhaber sind im Grunde ziemlich einfach von bloßen Konsumenten zu unterscheiden. Eindeutiger Anhaltspunkt ist etwa eine ordentliche Schippe Idealismus; denn wer viel Zeit und Mühe investiert, ohne sich davon finanziellen Segen zu versprechen, muss die Materie schon mögen. Zweites Indiz: Ein als kurzer Faktenaustausch angesetzter Gesprächstermin wird garantiert kein solcher bleiben, wenn es ums Lieblingsthema geht. Ein – im positivsten Sinne – besonders schwerer Fall scheint Achim „Akim B.“ Bauerkämper zu sein, der uns zum ausgedehnten Plausch in der Redaktion besucht hat!
(Aus dem Archiv. Original veröffentlicht im April 2015)

Bei aller Liebe zur Sache lässt sich Achim natürlich auch bezahlen, um Musik zu spielen – und das bereits seit 1988. „Mit Clubs fing es im Elfenbein und im Subito an bei mir, das lief mehr oder weniger parallel“, blickt er zurück. „Im Subito gab’s Funk, Soul, R’n’B und ein bisschen House. Letzteres war hier Ende der Achtziger noch nicht so angesagt und kam eher in den Neunzigern. Black Music war daher schon früh meine große Leidenschaft.“

Im Laufe der folgenden Jahre hat Achim zahlreiche Stationen in Bielefeld und Umgebung bespielt, vom Madhouse über das alt-ehrwürdige PC 69, das Stadtpalais oder den Elephant Club bis hin zum Stereo. Ein Satz wie „Ich habe festgestellt, dass diese kommerzielle Musik nicht das ist, was ich will“ fällt also nicht aus einer spontanen Laune heraus, sondern fußt in lange gereifter Überzeugung.

Als Reaktion auf dieser Erkenntnis wurde Absolut Soul aus der Taufe gehoben. „Wir müssen da nicht von leben und wollen einfach etwas machen, hinter dem wir inhaltlich komplett stehen. Irgendwann soll das mal zu einer netten, vielleicht sogar mehrtägigen, Veranstaltung führen. Das ist in der Planung, thematisch ist das allerdings schon jetzt genau mein Ding: Funk, alte wie neue Soul Music, soulful House – aber kein Deep House ohne Vocals; ein bisschen Gesang muss schon dabei sein, um Seele zu transportieren“, erklärt Achim, der mit „wir“ im Übrigen sich und seinen musikalischen Weggefährten und „langhaarigen Friseur“ Stefan Wessel meint.

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